Projektberichte


Oldenburg, 30. November 2011
Spannende Prozesse liefern kreative Lösungen
3x3: Kooperationsmodell zwischen klassischer und kreativer Wirtschaft bewährt sich.
Der zweite Durchgang des Oldenburger Projekts „3X3 Offen für Kreativität und Entwicklung“ hat interessante Lösungen für spezifische Aufgabenstellungen aus drei Betrieben hervor gebracht. Bei einer Abschlusspräsentation am 24. November stellten der AWO Bezirksverband Weser-Ems e.V., die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) und das Medizinische Versorgungszentrum am Evangelischen Krankenhaus gGmbH (MEVO) ihre Ergebnisse vor.
In fünf Sitzungen innerhalb von drei Wochen hatten die drei Teams, bestehend aus je drei Mitarbeitern und drei Kreativen oder Künstlern sowie einem Coach, komplexe Fragestellungen bearbeitet.
 
 
Aufgabenstellung der AWO
Das Team der AWO Weser-Ems wollte die Außendarstellung so optimieren, dass trotz des zunehmenden Fachkräftemangels weiterhin Fachkräfte für die AWO gewonnen werden. Die AWO Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bildeten ein Team mit Kreativen aus den Bereichen Schauspiel, Grafik, Bühnenbild und Werbung. Ihr Coach kam aus dem Bereich Unternehmensberatung.
Das Team erarbeitete verschiedene Maßnahmen und Aktionen unter dem Motto „AWO – Wir zeigen Gesicht und Herz“. Ein Bestandteil soll die Erstellung eines Films sein, in dem AWO Fachkräfte zum Ausdruck bringen, warum sie gern bei der AWO arbeiten. Ein weiteres Modul wird die gezielte Ansprache von Schülerinnen und Schülern sein, die mit unterschiedlichen praktischen Methoden auf die Berufe der Sozialwirtschaft aufmerksam gemacht und für diese sensibilisiert werden sollen. Alle Maßnahmen werden fortlaufend begleitet von grafischen Mitmach-Aktionen rund um das Herz als Bestandteil des Logos der AWO.
Geschäftsführerin Hanna Naber zeigte sich begeistert: „Soziale Arbeit hat immer auch mit Kreativität zu tun, das ist für uns als sozialer Dienstleister alltäglich. Aber Kreativität einzusetzen, um unternehmerische Prozesse zu begleiten – das ist etwas ganz Neues. Das Ergebnis ist für uns mehr als inspirierend.“
 
 
Aufgabenstellung der LzO
Das LzO-Team hatte sich zusammengefunden, um Vorschläge zur Optimierung der Ausbildung der LzO zu erarbeiten. Die LzO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bildeten ein Team mit Kreativen aus den Bereichen Theater- und Filmpädagogik, Musik, Schauspiel und Computer-Animation. Ihr Coach kam aus dem Bereich Architektur. In Interviews mit Auszubildenden konnte das Künstlerteam die hohe Qualität der Ausbildung und ein positives Arbeitsklima feststellen. Während der Projektarbeit entwickelte das Team Vorschläge zur Taktung der internen Seminare, die gezielte Einbindung von Mentoren und als Kernlösung ein Perspektivcoaching. Dieses soll im letzten Drittel der Ausbildung beginnen. Nach der genauen Darstellung der internen Studiengänge und Bildungsmöglichkeiten werden die Auszubildenden sehr individuell und zielgerichtet, auch über den Ausbildungszeitraum hinaus, betreut. In regelmäßig stattfindenden Gesprächen sollen eine Standortsbestimmung (Stärken und Schwächen) und ein Realitätscheck (Wo will ich hin? Kann ich dieses Ziel im Moment erreichen?) vorgenommen werden. Dieses Konzept soll es den jungen Bankkaufleuten ermöglichen, mit einer klaren Perspektive und großer Motivation ins Berufsleben bei der LzO einzusteigen.
Johannes Reichelt, Personaldirektor der LzO, und Björn Gribbe, Leiter der Aus- und Fortbildung, begrüßen die Ergebnisse und werden diese zielstrebig umsetzen.


Aufgabenstellung des MEVO
Die Aufgabenstellung des Medizinischen Versorgungszentrums am Evangelischen Krankenhaus sah vor, eine zu gestaltende MEVO-Identität zu entwickeln. Dabei galt es eine Lösung zu finden, die die Beziehung zwischen dem Evangelischen Krankenhaus Oldenburg und dem MEVO berücksichtigt. Die MEVO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bildeten ein Team mit Kreativen aus den Bereichen Bildende Kunst, Fotografie, Regie und Design. Ihr Coach kam aus dem Bereich Organisationsentwicklung.
Zwar zieht das MEVO in absehbarer Zeit in einen Neubau, der die medizinischen Fachgruppen räumlich vereint, doch erfordert dies eine neu zu definierende Identität, die nach innen und außen kommuniziert werden muss. In der Arbeit mit den 3x3-Künstlern erkannte das MEVO-Team, dass diese Identität eine klare Aussage voraussetzt, „was das MEVO eigentlich ist“. Das Team entwickelte dafür den Begriff „Praxiszentrum“: Er beschreibt am besten die Abläufe und ist für Patienten einfach zu verstehen. Der Zusatz „am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg“ soll die Wechselbeziehung verdeutlichen, die hier zwischen Fachkompetenz und Service für den Patienten besteht.


Über das Projekt
„Es sind die offene Herangehensweise der Kreativen, ihre ‚erbarmungslose‘ Sicht auf die gestellte Aufgabe der Unternehmen und nicht zuletzt die gute Stimmung, die bei allen Teams im 3X3-Prozess vorzufinden ist, welche optimale und weiterführende Ergebnisse garantieren“, so Peer Holthuizen, Projektleiter und Eigner von 3X3.
 
Δt Projektkunst Metropolregion Nordwest