Projektberichte


Projektbüro 3X3, Oldenburg den 28. März 2014


Innovationsprojekt 3x3 in der Metropole Nordwest
Kunst fördert Wirtschaft - Vorstellung der Projektergebnisse am 27. März

Können ein Schauspieler, ein Designer und ein Licht- bzw. Raumkünstler gemeinsam einem
Unternehmen bei der Lösung eines Problems weiterhelfen und Veränderungsprozesse
vorantreiben? Eine Antwort auf diese Frage wurde am 27. März bei der 3X3
Abschlusspräsentation in Center Parcs Park Nordseeküste erörtert.
Im Rahmen des fünften 3X3 Projekts haben Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit
Fachbereichsmitarbeitern der Sparkasse Bremen, dem Klinikum Oldenburg sowie Center
Parcs Park Nordseeküste kreative Lösungen für unternehmerische Aufgaben erarbeitet.

Die Sparkasse Bremen hat mit dem Künstlerteam im achtzehnstündigen 3X3-Projekt ein
innovatives Informations- und Beratungstool zum Thema „Wohnen“ entwickelt. Da es sich
um eine „echte Innovation“ handelt, die noch zu verfeinern und in der Praxis zu testen ist,
wollen wir an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Das Klinikum Oldenburg hat neuen Räumlichkeiten zur Betreuung ambulanter Patienten
des Herzzentrums mit Unterstützung des Künstlerteams Form und Atmosphäre verliehen. Es
soll ein verändertes und erweitertes Raumerlebnis geschaffen werden, in dem sich die
Patienten wohl fühlen und das gleichzeitig optimal den funktionalen Anforderungen
entspricht. Die Gestaltung der Räumlichkeiten: Empfangsbereich, Umkleide-, Ruhe- und
Untersuchungsraum soll einen gehobenen Charakter erhalten. Der Patient wird sich in den
Räumen entspannen können und durch den mit Bedacht gewählten Einsatz von Farben,
Strukturen und Formen den Klinikalltag vergessen. Zudem wird das Thema Herz
gestalterisch aufgegriffen, indem ein integrierter Wandelgang mit Lichteffekten und
interaktiven Patienteninformationen die Möglichkeit der Orientierung bietet. Die Anonymität
des Klinikalltags soll zusätzlich durch einen persönlichen Ansprechpartner aufgehoben
werden. Der Patient wird zum Mittelpunkt – zum Herzen der Klinikum-Ambulanz.

Das internationale Unternehmen Groupe Pierre & Vacances Center Parcs, möchte mit
seinem Standort Center Parcs Park Nordseeküste in der Wesermarsch den künstlerischen
Ansatz von 3x3 nutzen, um Arbeitsprozesse für die Teammitglieder zu gestalten, die den
wachsenden Anforderungen von individualer Gastorientierung und Unternehmensstandards
gerecht werden Das Künstlerteam schlug hier vor, mitarbeiter- bzw. teamorientierte Trainings
durchzuführen, die dem Personal Kompetenzen und Ressourcen an die Hand geben sollen,
sich selbst in seinem gewohnten Arbeitsfeld neu zu erfahren. Sie unterstützen darin, neue,
bewusste Handlungsmöglichkeiten zu schaffen und die Beziehung zwischen Gast,
Mitarbeiter und Unternehmen zu stärken.
Zusätzlich entwickelte das 3X3-Künstlerteam unterstützende Ideen.
So soll z.B. der Gast künftig durch ein Wattwanderungsporträt des Mitarbeiterteams im
Eingangsbereich empfangen werden. Eine Schreib- und Zeichenwand fordert die Gäste auf,
Kommentare und Texte „Heute ist ein guter Tag um......“ niederzuschreiben, die der
Kontaktmöglichkeit neben dem unternehmensüblichen Mitarbeitergespräch dienen.
Kommunikationslehrpfade und Kommunikationsräume sollen entstehen, die nach Vorstellung
des Künstlerteams dabei helfen, den Entspannungs- und Glücksmoment vor Ort zu steigern.

3X3 wurde gefördert von der Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e.V. auf
Initiative der Stadt Oldenburg.


Radio Bremen, Nordwestradio über die 3x3 Projektergebnisse am 27.März 2014



Hörfunkbeitrag von:
Kirstin Hunfeld, Nordwestradio


Abschluss 5. Durchlauf28

Oldenburg, 30. November 2011
Spannende Prozesse liefern kreative Lösungen
3x3: Kooperationsmodell zwischen klassischer und kreativer Wirtschaft bewährt sich.
Der zweite Durchgang des Oldenburger Projekts „3X3 Offen für Kreativität und Entwicklung“ hat interessante Lösungen für spezifische Aufgabenstellungen aus drei Betrieben hervor gebracht. Bei einer Abschlusspräsentation am 24. November stellten der AWO Bezirksverband Weser-Ems e.V., die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) und das Medizinische Versorgungszentrum am Evangelischen Krankenhaus gGmbH (MEVO) ihre Ergebnisse vor.
In fünf Sitzungen innerhalb von drei Wochen hatten die drei Teams, bestehend aus je drei Mitarbeitern und drei Kreativen oder Künstlern sowie einem Coach, komplexe Fragestellungen bearbeitet.
 
 
Aufgabenstellung der AWO
Das Team der AWO Weser-Ems wollte die Außendarstellung so optimieren, dass trotz des zunehmenden Fachkräftemangels weiterhin Fachkräfte für die AWO gewonnen werden. Die AWO Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bildeten ein Team mit Kreativen aus den Bereichen Schauspiel, Grafik, Bühnenbild und Werbung. Ihr Coach kam aus dem Bereich Unternehmensberatung.
Das Team erarbeitete verschiedene Maßnahmen und Aktionen unter dem Motto „AWO – Wir zeigen Gesicht und Herz“. Ein Bestandteil soll die Erstellung eines Films sein, in dem AWO Fachkräfte zum Ausdruck bringen, warum sie gern bei der AWO arbeiten. Ein weiteres Modul wird die gezielte Ansprache von Schülerinnen und Schülern sein, die mit unterschiedlichen praktischen Methoden auf die Berufe der Sozialwirtschaft aufmerksam gemacht und für diese sensibilisiert werden sollen. Alle Maßnahmen werden fortlaufend begleitet von grafischen Mitmach-Aktionen rund um das Herz als Bestandteil des Logos der AWO.
Geschäftsführerin Hanna Naber zeigte sich begeistert: „Soziale Arbeit hat immer auch mit Kreativität zu tun, das ist für uns als sozialer Dienstleister alltäglich. Aber Kreativität einzusetzen, um unternehmerische Prozesse zu begleiten – das ist etwas ganz Neues. Das Ergebnis ist für uns mehr als inspirierend.“
 
 
Aufgabenstellung der LzO
Das LzO-Team hatte sich zusammengefunden, um Vorschläge zur Optimierung der Ausbildung der LzO zu erarbeiten. Die LzO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bildeten ein Team mit Kreativen aus den Bereichen Theater- und Filmpädagogik, Musik, Schauspiel und Computer-Animation. Ihr Coach kam aus dem Bereich Architektur. In Interviews mit Auszubildenden konnte das Künstlerteam die hohe Qualität der Ausbildung und ein positives Arbeitsklima feststellen. Während der Projektarbeit entwickelte das Team Vorschläge zur Taktung der internen Seminare, die gezielte Einbindung von Mentoren und als Kernlösung ein Perspektivcoaching. Dieses soll im letzten Drittel der Ausbildung beginnen. Nach der genauen Darstellung der internen Studiengänge und Bildungsmöglichkeiten werden die Auszubildenden sehr individuell und zielgerichtet, auch über den Ausbildungszeitraum hinaus, betreut. In regelmäßig stattfindenden Gesprächen sollen eine Standortsbestimmung (Stärken und Schwächen) und ein Realitätscheck (Wo will ich hin? Kann ich dieses Ziel im Moment erreichen?) vorgenommen werden. Dieses Konzept soll es den jungen Bankkaufleuten ermöglichen, mit einer klaren Perspektive und großer Motivation ins Berufsleben bei der LzO einzusteigen.
Johannes Reichelt, Personaldirektor der LzO, und Björn Gribbe, Leiter der Aus- und Fortbildung, begrüßen die Ergebnisse und werden diese zielstrebig umsetzen.


Aufgabenstellung des MEVO
Die Aufgabenstellung des Medizinischen Versorgungszentrums am Evangelischen Krankenhaus sah vor, eine zu gestaltende MEVO-Identität zu entwickeln. Dabei galt es eine Lösung zu finden, die die Beziehung zwischen dem Evangelischen Krankenhaus Oldenburg und dem MEVO berücksichtigt. Die MEVO-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bildeten ein Team mit Kreativen aus den Bereichen Bildende Kunst, Fotografie, Regie und Design. Ihr Coach kam aus dem Bereich Organisationsentwicklung.
Zwar zieht das MEVO in absehbarer Zeit in einen Neubau, der die medizinischen Fachgruppen räumlich vereint, doch erfordert dies eine neu zu definierende Identität, die nach innen und außen kommuniziert werden muss. In der Arbeit mit den 3x3-Künstlern erkannte das MEVO-Team, dass diese Identität eine klare Aussage voraussetzt, „was das MEVO eigentlich ist“. Das Team entwickelte dafür den Begriff „Praxiszentrum“: Er beschreibt am besten die Abläufe und ist für Patienten einfach zu verstehen. Der Zusatz „am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg“ soll die Wechselbeziehung verdeutlichen, die hier zwischen Fachkompetenz und Service für den Patienten besteht.


Über das Projekt
„Es sind die offene Herangehensweise der Kreativen, ihre ‚erbarmungslose‘ Sicht auf die gestellte Aufgabe der Unternehmen und nicht zuletzt die gute Stimmung, die bei allen Teams im 3X3-Prozess vorzufinden ist, welche optimale und weiterführende Ergebnisse garantieren“, so Peer Holthuizen, Projektleiter und Eigner von 3X3.
 


Pilotphase (erster 3X3 Durchlauf)
Im Vorfeld des 3X3-Pilotprojekts wurden die Aufgabenstellungen der Unternehmen Altera Hotels, BüFa und der OLB präzisiert und für die Präsentation vor dem 3X3-Plenum aufbereitet.



Das 3X3-Pilotprojekt fand vom 25. Februar bis 25. März 2011 statt.

PILOTDURCHGANG LIEFERT SPANNENDE ERGEBNISSE FÜR FIRMEN
Projekt 3X3: Unternehmen und Kreative packen Probleme gemeinsam an
 
Können eine Schauspielerin, ein Industriedesigner und ein Fotograf gemeinsam ein Unternehmen bei der Lösung eines internen Problems weiterbringen? Die Ergebnisse des Pilotdurchgangs des Projektes „3X3“ zeigen, dass dies auf höchst kreative Weise möglich ist. Ihre Ergebnisse präsentierten die Teams bei einer Abschlussveranstaltung am 25. März im Kulturzentrum PFL.

Altera Hotels, BÜFA GmbH & Co. KG und die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) waren in das Experiment eingestiegen. Im März haben drei Teams mit je drei Mitarbeitern aus den Unternehmen sowie drei Kreativen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und einem Coach die Fragestellungen bearbeitet. Dem vorausgegangen war eine intensive Projektvorbereitung von Peer Holthuizen, Projektleiter von 3X3. Dabei wurde zum Beispiel ein Bewerberpool aufgebaut, aus dem die für die jeweilige Aufgabenstellung geeigneten Kreativen passgenau ausgewählt werden können. „Das Konzept, meines Wissens nach das erste in dieser Form in Deutschland, funktioniert und bringt sowohl die Unternehmen als auch die Kreativen weiter“, freut sich Holthuizen über den Erfolg.

Der 3X3-Prozess hat mit viel Elan und gegenseitiger Sympathie stattgefunden. Rainer Krause, Personalleiter der BÜFA, der am Prozess teilgenommen hat, beschreibt es so: „Die Zusammenarbeit mit den Kreativen ist herausfordernd, man wird komplett auseinander genommen, um dann wieder von unten aufgebaut zu werden. Das Ergebnis ist fantastisch.“ Die beteiligten OLB-Mitarbeiter sprechen von dem „3X3-Moment“, dem Zeitpunkt, an dem klar ist, dass man nicht mehr zurück kann und der Weg weiterverfolgt werden muss.

Dabei war die Fragestellung der OLB alles andere als einfach. Gesucht wurden kreative Wege der internen Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen wie zum Beispiel Back Office (interne Unternehmensprozesse) und Kundenbetreuern. Die Kreativen sind dazu intensiv in die Strukturen der OLB eingestiegen und haben erkannt, dass neue Richtlinien von Abteilung A nach B nur dann wirklich ankommen und umgesetzt werden, wenn eine funktionierende wechselseitige Kommunikation aufgebaut wird. Entstanden ist die Idee für ein Redaktionssystem, das nicht nur die Aufgabenstellung lösen würde, sondern gleichzeitig den internen Informationsfluss auf ein notwendiges Maß zurückführen kann. Dies könne gleichzeitig das Betriebsklima fördern. Ein Fazit des OLB-Teams: Kreative Wege führen zu einem logischen Ergebnis.

Alle Teams sind sich einig, dass an den gewonnenen Erkenntnissen weiter gearbeitet werden soll. Das bestätigt die Hoffnung, die Ina Lehnert-Jenisch von der städtischen Wirtschaftsförderung mit 3X3 verbindet: „Wir unterstützen das Projekt, da wir in der Zusammenarbeit von Kreativen und klassischen Unternehmen große Chancen sehen. Im Idealfall entstehen aus diesen ersten Kontakten weitere Kooperationen.“

Ganz konkret ist dies bereits bei der BÜFA vorgesehen. BÜFA steht vor der Herausforderung, auch zukünftig genügend junge Leute als Nachwuchskräfte für den Chemieberuf zu begeistern. So waren im BÜFA-Mitarbeiter-Team denn auch drei Auszubildende, die den typisch trockenen Chemieunterricht aus der Schule noch in lebhafter Erinnerung hatten. Das Problem war schnell erkannt: Es heißt Theo (oder auch Theorie), und genau hier soll angesetzt werden. Ein bundesweiter Alchimisten-Club, der in die Schulen geht, soll initiiert werden, um im Chemieunterricht das Forschen, Experimentieren und Spaß haben in den Vordergrund zu stellen.

Bei Altera Hotels ging es um eine bessere Wahrnehmbarkeit der verschiedenen Leistungen nach außen – also ein Thema der Vermarktung des Mehrwertes, denn Angebote sind bereits vielfältig und in hoher Qualität vorhanden. Auch hier wurden viele interessante Vorschläge gefunden.

„Unser Fazit: Die Kreativen sind gemeinsam mit den Mitarbeitern in der Lage, in der kurzen Zeit ein wie auch immer aussehendes betriebliches Problem zu erfassen und gute Lösungswege zu entwickeln. Alte Denkstrukturen weichen neuen kreativen Ideen“, so Ina Lehnert-Jenisch (Wirtschaftsförderung Oldenburg).

"Wir haben neue Ideen gewonnen und hatten viel Spaß.
Es war ein toll zusammengestelltes Team."

Andrea Schmitz
Geschäftsleitung Hotelbereich & Catering
Altera-Team

"Mir persönlich hat es bewiesen, dass ich mit meinem Beruf als Schauspielerin weitaus mehr anfangen kann, als nur am Theater oder fürs Fernsehen zu arbeiten und dass meine beruflichen Kompetenzen auch auf anderen Gebieten einsetzbar sind."

Stephanie Baak
Schauspielerin
Altera Team

"Es hat mir gut getan, dass mir mal der Kopf -von innen- so gewaschen wurde. Viele generelle Vorurteile gegen Banker ... haben sich in Luft aufgelöst. Gut so. Ferner habe ich deutlich gespürt, dass ich in meinem Sein als Quergeist, unbequemer Denker und Finger-in-Wunden-leger wirklich ernst genommen werde.

Michael Olsen
Bildende u. Darstellende Kunst
OLB-Team

„Gelungen ist … eine tolle Zusammenarbeit zwischen den Leuten der Büfa und uns untereinander und miteinander. Nicht gelungen ist es die Arbeitszeit auf die Vorgegebenen Treffen zu beschränken, ...das hält ja keiner aus, seine Ideen zwei Wochen zurückzuhalten ,...haben uns heimlich getroffen und schon mal über unsere Ideen gesprochen ...(hatte dadurch natürlich den süßen Beigeschmack etwas verbotenes zu tun) :-)“

Ole Marten
Designer
BüFa-Team
 

Kick-Off-Veranstaltung
Bei der Kick-Off-Veranstaltung im PFL am 4. März stellten sich alle beteiligten Unternehmen und Teammitglieder vor, wobei die jeweilige Aufgabenstellung in den Mittelpunkt gerückt wurde. Auffällig hierbei war, dass bereits die Aufbereitung der Aufgabenstellungen und die Art und Weise ihrer Präsentation alle beteiligten MitarbeiterInnen und Kreativen zu stark zielorientiertem Denken anregte.


Coachtraining:
Mit Unterstützung der 4X4-Projektleitung (Ronald Mulder) von „de Ondernemers BV“ aus Groningen wurde das Coachhandbuch überarbeitet. Dabei galt es herauszufinden, welche Besonderheiten für die Coachtätigkeit im Oldenburger Kontext relevant sind.


Künstlertraining
Das Künstlertraining fand am 18. Februar 2011 mit zwölf Kreativen im quARTier statt. Der Schwerpunkt lag hierbei auf dem Prozess der Teambildung und der effektiven und schnellen Zusammenarbeit in spontan zusammengestellten Kreativteams.


Foto: Kick-Off Veranstaltung
Δt Projektkunst Metropolregion Nordwest